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Besuchsbericht Waldgasthaus Triendlsäge // Seefeld vom 09.09.2014

Die Wirtsleute von der Triendlsäge in Seefeld machen es mir wahrlich nicht leicht. Wenn es mir schon im letzten Jahr nicht gelungen ist, den Besuchsbericht auf eine Seite zu reduzieren, so habe ich es mir zumindest für dieses Jahr vorgenommen. Aber wie sagte schon Wilhelm Busch?: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“.

Bei meiner Ankunft sehe ich auf einem Blick, dass sich der Betrieb in allerbestem Zustand befindet. Alles ist wie gewohnt wohl geordnet und einladend gestaltet. Auf einer großen Holztür beim Aufgang befinden sich die Tafeln und Auszeichnungen, welche sich die Wirtsleute in den letzten Jahren mit ihrem Betrieb erworben haben.

Vor einigen Jahren (2009) habe ich im Auftrag des Kulinarischen Erbes Österreichs das Handbuch für alle Wirtshauskulturen Österreichs geschrieben. Es mußte die Standards und Richtlinien enthalten, wie ein typisches Gasthaus/Wirtshaus in Österreich beschaffen sein soll. Dieses Handbuch umfasst knapp 80 A 4 Seiten und beschreibt die Einrichtung und Ausstattung (Hardware) ebenso wie die Service- und Dienstleistungsqualität des Betriebes (Software). Ich habe mich viele Wochen mit diesem Thema beschäftigt und des Weiteren versucht, Jahrzehnte meines abwechslungsreichen Berufslebens (national wie auch international) in der Tourismuswirtschaft, einfließen zu lassen.

Nun, habe ich diese Elaborat auch mit mit Checklisten ausgestattet und so darf ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich bei der Familie Anna-Maria und Arno Triendl jeweils die Bestnoten vergeben könnte. – Nun aber der Reihe nach:

Bei meiner Ankunft werde ich von der Chefin des Hauses herzlich empfangen und freundlich begrüßt. Ich sehe, dass sie wegen der vielen Arbeit und unzähligen Stunden müde ist und ich sage ihr das auch. Sie meint darauf aber nur, wir sind zufrieden. Das Geschäft läuft gut, aber vielleicht hat das mit dem „durchwachsenen“ Wetter in diesem Sommer zu tun. - Ich jedoch behaupte, es hat mit den Jahren des unermüdlichen Einsatzes zu tun. Frau Anna-Maria und Herr Arno sind stets auf der Suche nach Verbesserungen und erbringen auch deswegen Spitzenleistungen….

Trotz des doch kühlen Wetters sind auf der Terrasse beinahe alle Tische besetzt, in den Stuben sind ohnehin alle Tische besetzt, so nehme ich am Stammtisch Platz. Darf man das, wenn man (leider) nur einmal im Jahr zu Gast ist? Ich frage die Chefin und sie meint: „Ja, natürlich darfst Du am Stammtisch Platz nehmen“. Sie reicht mir die Speisenkarte und meint gleichzeitig, Arno hätte für mich einen interessanten Speisenauftakt. Es handelt sich eine Ziegenkäsevariation mit Feigensenf auf Blattsalaten, mit Kürbiskernen und Kernöl.

Sowohl die Zubereitung wie auch die Präsentation waren ausgezeichnet. Die Geschmackssymbiose von fein geschnittenen Feigen mit süßem Senf war höchst interessant. Die in getrockneten und fein geriebenen Brennnesselblätter panierten Käsebällchen mundeten vorzüglich. Ebenso der Frischkäse, welcher mit Zucker und dem „Brenner“ geflämmten wurde war hervorragend. Nun, diesem Gericht darf man getrost eine „römische Eins“ geben.

Als Hauptgericht erbat ich mir von Anna-Maria das Triendlsäge – Schnitzel mit gemischtem Salat. Alsbald hörte ich den Schnitzelklopfer. Das ist für mich stets ein gutes Zeichen, denn dann wird das Fleisch frisch geschnitten, geklopft und gewürzt. - Ganz dünn geklopft, mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit Speck und Käse gefüllt, so präsentiert sich dieses wirklich vorzügliche Schnitzel. Aufgrund der leicht unregelmäßig gebackenen Oberfläche (das ist ein gutes Zeichen!) stelle ich fest, dass diese Köstlichkeit in der Pfanne zubereitet wurde und nicht im schwimmenden Fett in einer Fritteuse.

Dazu gab es ein Kunstwerk von einem gemischten Salat. Man kann einen Salat „anrichten“ oder eben auf einen Teller drapieren. Eine Freunde für das Auge und ein Genuss für den Gaumen, so kann ich diesen Beilagensalat beschreiben. Lollo rosso und biondo, Rauke, fein geschnittenes Jungkraut, Karottenrohkost, weißen Radi, feine Scheiben von der Zucchini sowie die „obligatorische“ Spalte von der Tomate, sozusagen als Farbtupfer, befanden sich auf dem Teller. Auch das Dressing für die Blattsalate war ausgezeichnet.

Arno fragte mich noch, ob ich ein kleines Dessert möchte. Ich mochte! – Es gab ein herrliches Topfen Kirschmousse sowie eine Vanille-Limettencreme mit Moosbeeren. Dies war der perfekte Abschluss zu diesem opulenten Mal.

Während meines Mittagessens beobachtete ich die Gäste an den Nebentischen und die Speisen, welche an mir vorbeigetragen wurden (ich saß ja sozusagen in der „Pole Position“). Alle Gerichte wurden optisch perfekt präsentiert und ich hörte von den Gästen am Nebentisch unisono positive Bemerkungen. Von sehr gut, ausgezeichnet und vorzüglich durfte ich alles vernehmen. – Schlussendlich ist ja das Urteil unserer Gäste von Bedeutung. – Daher darf ich wie folgt festhalten:

- Das Verhältnis von Preis zu Leistung ist in der Triendlsäge ein ausgezeichnetes
- Die Qualität aus der Küche von Herrn Arno Triendl ist über jeden Zweifel erhaben
- Die Service- und Dienstleistung von Frau Anna-Maria Triendl ist vorbildlich. Ich selbst war 14 Jahre im Ausland in sehr guten Häusern beschäftigt und darf mit Fug und Recht behaupten, dass die Triendlsäge sowohl mit der Kulinarik wie auch mit der Gästebetreuung mit den besten, vergleichbaren Häusern mithalten kann
- Die Erwartungshaltung der Gäste wird offensichtlich mehr als erfüllt, sogar weit übertroffen

Mein Credo in der Dienstleistung, besonders in der Tourismuswirtschaft lautet: Qualitätssicherung ist Zukunftssicherung. Bei Familie Triendl in ihrem Waldgasthaus Triendlsäge ist dies gelebtes Programm. Es gibt dem Unternehmer-Ehepaar offensichtlichen Recht und den Erfolg. Ich bin überzeugt, dass sich dieses Tiroler Wirtshaus auch in Zukunft „am Markt“ bestens behaupten wird.

Dienstag, den 9. September 2014
Ernst Schmiedhuber

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