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Letzter Besuchsbericht Traditionsgasthaus Riese Haymon // Innsbruck vom 18.04.2019

Traditionelles, hartes, aber schönes Stadtleben geht dem Ende zu


Der diesjährige Besuch im Traditionsgasthaus Riese Haymon, unter der Führung der (meines Erachtens) leidenschaftlichsten und begnadetsten Wirtsleuten der Stadt Innsbruck, wird wohl der letzte sein. Frau Marx teilte mir zu meinem Bedauern mit, dass sie mit Ende August in den wohlverdienten Ruhestand eintreten werde. Es ist ewig schade, die so hervorragende und ausgezeichnete Küche des talentierten Wirten Fritz nicht mehr genießen zu können. Ebenso wird die herzliche Gastfreundschaft von der Chefin Andrea in der Tiroler Wirtshausszene vermisst werden.

Und auch heute, als ich den hervorragenden, auf den Punkt gekochten Spargel mit Hollandaise und Bozner Soße genoss, war die ehrliche Gastfreundschaft der Wirtsleut‘ wieder zu spüren. Aber diesmal war auch eine gewisse Erleichterung herauszuhören, verbunden mit den Sorgen über die Zukunft des Gasthauses. Jedoch freue ich mich gleichzeitig sehr für die sympathische Familie, dass sie endlich mit ihrem arbeitserfüllten Berufsleben abschließen können um ihren wohlverdienten Ruhestand genießen zu dürfen.

Es geht wohl fast ins unzählbare, wie viele Gäste sie verwöhnt, bekocht und schöne gemütliche Stunden bereitet haben. Wie oft wohl gelacht, getanzt oder gesungen wurde in den schönen Gaststuben oder im traditionellen Gastgarten unter dem Kastanienbaum. Wie viele Feste mit Freude oder Trauer hier bereits gefeiert wurden…

Der Rückblick für Fritz und Andrea wird wohl sehr schwerfallen, mit einem weinenden und einem lachenden Auge werden sie das Gasthaus verlassen. Zahlreich sind die Gedanken an all die Lehrlinge und Mitarbeiter, die all die Jahre hier ein- und ausgingen. Auch sie sollten dankbar sein, diese harte Schule durschritten zu haben. Ich weiß aus eigener langjähriger Erfahrung, dass das Gastgewerbe kein Honiglecken ist, nein, es ist ein Knochenjob und jeder der es bis zur Pension schafft, dem sei diese Zeit von Herzen vergönnt.

Es tut mir auch leid, dass all die Stammgäste der Familie Marx ihre Gewohn- und Gepflogenheiten nicht mehr vorfinden werden. In diesem Sinne hoffe ich natürlich, dass so schnell wie möglich neue Wirtsleute gefunden werden damit diese Tradition der Tiroler Wirthauskultur weitergeführt werden kann.

Lieber Fritz, liebe Andrea, wir von unserem Verein der Tiroler Wirtshauskultur möchten uns für eure Mitgliedschaft in so vielen Jahren sowie den leidenschaftlichen Einsatz und Hilfsbereitschaft zur Erhaltung der Wirtshauskultur ganz herzlich bedanken.

Innsbruck, am 18. April 2019
Johann Pichler

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