Entsprechend unseren Kriterien wird jeder unserer Mitgliedsbetriebe einmal jährlich besucht! Bei den Besuchen werden die Betriebe auf Einhaltung dieser Mindestkriterien hin überprüft und ein entsprechender Besuchsbericht verfasst. Einen Auszug dieser Berichte finden Sie untenstehend. Die Liste wird laufend erweitert - ein mehrmaliges Schmökern rentiert sich also allemal! Viel Spaß!
Aufnahmebericht Gasthaus Gruber // Innsbruck vom 23.04.2012
Allgemeines
Vor wenigen Wochen hat die Familie Partl das Traditionsgasthaus Gruber in Innsbruck übernommen. Den Betrieb kenne ich schon seit etlichen Jahren als sehr gut geführtes Tiroler Wirtshaus. Dennoch ist es bei jeder Übernahme nötig, den Betrieb jeweils auf die Eignung zum Verein zu überprüfen. So machte ich mich an diesem sonnig-kühlen Frühlingstag auf den Weg nach Innsbruck, um der Familie Partl meine Aufwartung zu machen.
Service – Ambiente – Tirolnote
Wie sich rasch herausstellte, ist der Küchenchef, Herr Thomas Stolz im Gasthaus verblieben, ebenso die Service-Mitarbeiterin Frau Felderer. Somit ist bereits hier eine gewisse Kontinuität gewährleistet. Dennoch kann man schon verschiedene, positive Veränderungen erkennen. Die Speisenkarte ist neu geschrieben, sauber und übersichtlich gestaltet. Die Tischkultur ist vorbildlich, ordentlich, die Menagen sind sauber und aufgefüllt. Es gibt eine frische, schöne Blume in der Vase. Das gesamte Haus inkl. der Toilette-Anlagen glänzt vor Sauberkeit.
Kulinarik
Nach eingehendem Studium der Speisenkarte entscheide ich mich für die Gorgonzolarahmsuppe mit Birnenwüfel um wohlfeile € 3.80.- Die Suppe ist heiß, naturgemäß sehr geschmacksintensiv und von tadelloser Konsistenz. Dazu gibt es feine Würfel von der pochierten Birne (aus der Dose), welche dieser üppige Suppe eine gewollte Frische verleihen. Bunter Pfeffer aus der Mühle verleiht diesem Speisenauftakt eine angenehme Schärfe. Insgesamt kann diese Suppe mit sehr gut beurteilt werden.
Als Hauptgericht erbitte ich mir von Frau Felderer den Nürnberger Rostbraten mit Bratkartoffeln. Sie informiert mich dahingehende, dass eine Seite vom Fleisch paniert und gebacken ist, die andere Seite naturbelassen. Dies war mir bewusst und daher wählte ich auch dieses Fleischgericht. Der Koch muss sich „seiner“ Fleischqualität sicher sein, denn sonst würde er sich nicht getrauen, den Rostbraten auf diese Art und Weise anzubieten. – Und so war es dann auch. Das Fleisch war wohlschmeckend, zart und saftig, der Natursaft, welcher gottlob „unterlegt“ war wiederum sehr geschmackvoll. Die Kartoffeln wurden in der Schale gekocht, im kalten Zustand der Länge nach geviertelt und dann auf den beiden Schnittseiten perfekt in der Pfanne gebraten. Es sind Bratkartoffeln, welche ihren Namen auch verdienen!
Die Leser dieser Zeilen können versichert sein, dass ich im Laufe eines Jahres diverse „Ausgestaltungen“ von Bratkartoffeln vorgesetzt bekomme, welche nur selten die Güte und Qualität erreichen, wie sie mir im Gasthaus Gruber der Familie Partl serviert wurden. – Bravo! Die Garnitur war essbar und bestand aus einer Scheibe von der Gurke, eine kleine Scheibe von der Karotte (diese wurde mit dem „Buntmesser“) geschnitten sowie ein wenig Blattsalat. Ich mag Garnituren, welche nicht im Mülleimer landen. Oben genannte wanderte daher zum gemischten Salat, wurde dort mit dem köstlichen Dressing vermischt und von mir verspeist.
Der gemischte Salat war durchwegs frisch und bestand aus diversen Blattsalaten, Zichorie, weißem Radi, Karottenrohkost, Gurken, rote und weiße Bohnen und wie bereits erwähnt, aus dem tadellosen Dressing.
Die Qualität aus der Küche vom Gasthaus Gruber kann mit sehr gut beurteilt werden. Dies trifft auch auf die Service- und Dienstleistungsqualität von Frau Felderer und vor allem von Frau Ingrid PARTL zu. Ich habe sie während meines Aufenthaltes beobachtet und ich darf ohne Einschränkung bemerken, dass Frau Partl sehr umsichtig, freundlich, höflich und fachlich kompetent ist. Mit ihr hatte ich noch ein kurzes und freundliches Gespräch. Sie hatte logischerweise während der Mittagszeit sehr viel zu tun.
Zusammenfassung und Empfehlung
„Wie dein Herz so gut und rein, soll auch deine Küche sein“! – So steht es auf einem Leinentuch an der Wand geschrieben. – Und so ist es auch, im Gasthaus Gruber.
Zusammenfassend darf ich feststellen, dass nach der langjährig tätigen Familie Stolz das Gasthaus würdige Nachfolger gefunden hat.
Aufgrund meiner Erkenntnisse empfehle ich dem Vorstand des Vereines der Tiroler Wirtshauskultur, das Gasthaus Gruber der Familie Partl als Stadtwirtshaus in den Verein aufzunehmen.
Ernst Schmiedhuber
Montag, 23. April 2012


