Entsprechend unseren Kriterien wird jeder unserer Mitgliedsbetriebe einmal jährlich besucht! Bei den Besuchen werden die Betriebe auf Einhaltung dieser Mindestkriterien hin überprüft und ein entsprechender Besuchsbericht verfasst. Einen Auszug dieser Berichte finden Sie untenstehend. Die Liste wird laufend erweitert - ein mehrmaliges Schmökern rentiert sich also allemal! Viel Spaß!
Erstbesuchsbericht Wirtshaus POST // Matrei i.O. vom 22.01.2011
Allgemeines
Es war deutlich zu bemerken, dass es umfangreiche Umbaumaßnahmen gegeben hatte, allerdings schien manches noch nicht ganz fertig gestellt zu sein. Ein elektrischer Stromverteiler hing einsam an der Fassade, weder eine Werbetafel noch eine Information auf einen gastronomischen Betrieb war zu erkennen. So war meine Skepsis groß und mit einem gewissen Vorbehalt betraten wir das Wirtshaus.
Service – Ambiente - Tirolnote
Im Eingangsbereich wurden wir von der vierjährigen Lisa-Marie überaus herzlich mit einem deutlichen „Grüß Gooooot“ empfangen, an der Hand genommen und in die Stube geleitet. Das Töchterlein von Frau Helga Trojer, der Schwester vom Chef Markus Trojer, ist ein überaus liebenswertes kleines Mädchen. Im Schankbereich gibt es die weitgehend im Urzustand belassenen „alte Stube“ mit Kachelofen. Dies ist zugleich auch die „Raucherzone“. Gleich im Anschluss gelangt man in die „neue Stube“ welche sehr modern, jedoch mit Zirbenholz und geschichtlichen Elementen ausgestattet ist. Immerhin befindet sich das Wirtshaus zur Post seit vier Generationen im Familienbesitz. Ich benötigte einige Zeit, um mich mit diesem schlichten, modernen Stil anzufreunden. Es gelang mir jedoch rasch und immer besser. Markus Trojer hat den Bogen zwischen einem traditionellen und zeitgemäß modernem Wirtshaus gekonnt gespannt. Die Toilettanlagen sind vorbildlich sauber und ebenfalls schlicht aber perfekt gestaltet, ausgestattet.
Kulinarik
Frau Trojer reichte uns unverzüglich die kleine und übersichtlich gehaltene Speisenkarte. Zur klassischen Karte gibt es noch mündliche Tagesempfehlungen.
Die Frittatensuppe wurde mir in einer hübschen Porzellantasse gereicht. Die Suppe war heiß, von mildem Geschmack und mit feinen Frittaten versehen. Etwas frischer Schnittlauch rundete das Gericht ab.
Der (gemischte) Wintersalat bestand aus einem guten Krautsalat, welcher mit reichlich Kümmel und feinen Speckscheiben versehen war. Weiters gab es diverse Blattsalate, etwas Tomaten und Gurken. Das Dressing bestand aus Essig und Öl und war wiederum recht mild.
Acht Stück hausgemachte Schlipfkrapfen waren perfekt gekocht und mit reichlich flüssiger Butter serviert. Sowohl der Teig wie auch die Fülle waren ausgezeichnet. Dazu gab es ein kleines Schälchen vom geriebenen Bergkäse. Ich bestellte einen gemischten Blattsalat, welcher ebenso gut mundete wie der gemischte Wintersalat.
Das Knödeltris bestand aus einem herausragenden Pressknödel, einem ebensolchen Tiroler Knödel und einem ausgezeichneten Spinatknödel. Die Zubereitung-, die Anrichteweise sowie die Portionsgröße überzeugten uns vollauf.
Als süßen Abschluss erbaten wir uns bei Frau Helga noch den tagfrischen und hausgemachten Apfelkuchen. Der Mürbteigboden war perfekt gebacken und knusprig, die „Apfel-Auflage“ harmonierte ausgezeichnet.
Die Küchenqualität von Herrn Markus Trojer im Wirtshaus Post verdient durchaus die Note „sehr gut“. Die Service- und Dienstleistungsqualität von Frau Helga Trojer überzeugt ebenso.
Freundlichkeit, Höflichkeit und hohe Dienstleistungsbereitschaft wird im Hause Trojer ganz groß geschrieben.
Zusammenfassung und Empfehlung
Mit dem Chef des Hauses, Herrn Markus Trojer hatten wir noch ein langes und aufschlussreiches Gespräch. Er erzählte uns, dass der umfangreiche Umbau im August 2010 begonnen hatte und erst kurz vor Weihnachten (beinahe) abgeschlossen wurde. Diverse Detail-Mängel sind ihm bekannt und werden in den nächsten Wochen abgestellt.
- Die Fassade wird mit Beleuchtung und Werbehinweise versehen
- Der Menükasten wird gesetztes konform angebracht
- Eine Trennwand aus Glas (Raucher/Nichtraucherbereich) ist bereits im Auftrag
- Fahnen sind vorgesehen
Markus Trojer ist ein fundierter Fachmann der ohne Weiteres in der Lage ist, die Kriterien der Tiroler Wirtshauskultur zu erfüllen. Meine anfängliche Skepsis war nach dem Erlebten und dem Gespräch rasch verflogen. Ich freue mich, dem Verein der Tiroler Wirtshauskultur die Familie Trojer und ihr Wirtshaus zur Post als neues Mitglied nahe legen zu dürfen.
Daher empfehle ich dem Vorstand der Tiroler Wirtshauskultur die Aufnahme vom Wirtshaus Post in Huben/Matrei als Dorfwirtshaus in den Verein!
Samstag, 15. Januar 2011
Ernst Schmiedhuber


