Services
headline top

Besuchsbericht GH Tirolerhof // Kufstein vom 26.01.2012

Bei der Zufahrt zum prächtig gestalteten Tiroler Hof stelle ich fest, dass sämtliche Parkplätze vor dem Haus belegt sind. Hinter dem Haus finde ich gerade noch einen freien Platz für mein Fahrzeug.

Beim Betreten des Restaurants sehe ich, dass sämtliche Tische belegt sind. Ursprünglich wollte ich ja gegen 13 Uhr kommen aber aus terminlichen Gründen bin ich bereits um 12 Uhr eingetroffen. Und genau zu dieser Zeit „tanzt Luzifer“, wie ich früher zu sagen pflegte. Die Chefin des Hauses, Frau Christa Fahringer und ihr flinker und fleißiger Mitarbeiter, der mir bestens bekannte Ober Herr Robert haben alle Hände voll zu tun, um dem Gästeaufkommen gerecht zu werden. – Dies ist eben der Lohn jahrelanger Arbeit und Mühen!!

Am „Stammtisch“ wird für mich unverzüglich eingedeckt und ein einheimischer Stammgast ist gerade beim Zahlen. Folgende Worte darf ich noch vernehmen: „ sehr gut, hervorragend, ausgezeichnet!“ – Er ist voll des Lobes und erzählt weiter: „Gestern war ich mit Freunden in Hinterthiersee und wir hatten ebendort eine eifrige Diskussion wo man den in Kufstein wirklich gut essen kann. Besonders Innereien wie Leber und Beuschl sind gefragt. Diese Gerichte sind grundsätzlich eine Vertrauenssache und Fritz kocht das halt am Besten“. So vernahm ich es, die Chefin des Hauses hörte trotz des starken Geschäfts geduldig zu.

Der Stammgast ging und ich nahm Platz. Durch die Glastüre hatte ich einen direkten Blick in die Küche. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Ruhe und Präzision Fritz eine Bestellung nach dem anderen konsequent abarbeitet. Man merkt genau, dass der Chef des Hauses beim Thema Qualität keine Kompromisse eingeht und vom ersten bis zum letzten Teller jedes Gericht in perfekter Ausführung die Küche verlässt.

Rasch entscheide ich mich für die Frittatensuppe. In einer weißen Porzellantasse bekomme ich eine herrlich kräftige, geschmackvolle und heiße Rindssuppe. Sie ist nach allen Regeln der (Koch) Kunst hergestellt und duftet nach Fleisch und Knochen. Die Frittaten sind selbstredend perfekt und hausgemacht. Frischer Schnittlauch rundet diesen österreichischen (Wiener) Suppenklassiker tadellos ab. Als Hauptgericht erbitte ich mir von Frau Fahringer das Kalbsrahmbeuschel mit Semmelknödel. Nach einem Rezept von meiner Brunner Oma aus Kössen – ehemalige Metzgerwirtin, so stand es in der Speisenkarte geschrieben. – Ich war gespannt!

Nach der angemessen, kurzen Wartezeit bekam ich in einem überdimensionalen Suppenteller, auf welche geschrieben stand: „ Solange wir träumen leben wir“ - ein Traum von einem Beuschel…

Nun, ich träume oft von gutem Essen (schlechtes Essen kann ich gar nicht leiden). Das heißt ja nicht, dass ich immer nur die allerbesten Lebensmittel/Rohstoffe haben muss! – Ganz im Gegenteil, ich bevorzuge einfache Gerichte, aber fachlich korrekt und gut gemacht. Und so ist das halt bei Herrn Fritz Fahringer. Das Beuschel (Herz und Lunge) – etwas anderes kommt da nicht rein isteicht gebunden und papriziert, gottlob nicht zu viel Rahm und auch nicht überwürzt. Vielleicht ein wenig Sardellenfilets, eventuell einige wenige, gehackte Kapern, in jedem Fall Zwiebeln und feine Karottenwürfel.



Möglicherweise auch etwas geriebene Zitronenschale, obenauf ganz wenig Schlagrahm und eine Messerspitze Paprikapulver und fertig war diese Köstlichkeit. – Selten oder vielleicht noch gar nie habe ich ein besseres Beuschel gegessen. Dies kann ich auch mit Fug und Recht vom großen, flaumigen und geschmackvollen Semmelknödel behaupten. – Es braucht ja gar nicht viel, man muss es nur richtig machen. – Und Fritz macht das einfach richtig.

Nachdem ich mich an diesem Tag einen Deut um meine Kalorienzufuhr kümmerte (ich werde doch nicht zu einem gastronomischen „Highlight“ fahren) um mich dann zu kasteien, stimmte ich gerne der Empfehlung von Frau Fahringer zu. Es gab eine gebrannte Krem – geläufiger unter der Bezeichnung: Crème brûlée. Auch hier wieder ein kulinarisches Feuerwerk. Auf einem großen, sehr hübschen, optisch wirklich ansprechenden Dessertteller gab es ein Töpfchen (mit Deckel) von einer ausgezeichneten Crème brûlée, zwei weitere Glasschälchen mit etwas Schlagrahm und einem Fruchtmark (waren es Himbeeren?), zwei Hohlhippen und zwei Scheiben von der Ananas und gehobelte Mandeln. Aus, Schluss, fertig, - PERFEKT!

Inzwischen waren noch zwei weitere Gäste zum Stammtisch gekommen. Sie waren vom Niederndorfer Berg und auf Besuch in Kufstein. Ja, sie kannten den Tiroler Hof der Familie Fahringer und wissen ob der ausgezeichneten Qualität Bescheid. „Wir fahren einen gebrauchten Golf um € 3‘000.-, denn ein teures Auto bedeutet uns nichts, meinte der männliche Gast. Uns ist gutes Essen viel wichtiger, da legen wir großen Wert darauf. Wann immer wir nach Kufstein kommen gehen wir in den Tiroler Hof essen. Das Schnitzel mit Bratkartoffel sah auch wirklich gut aus und es mundete der Dame ganz offensichtlich. Auch der Kufsteiner Kräuterrostbraten mit Butterspatzln schmeckte meinem Tischnachbar ganz ausgezeichnet. – Wir unterhielten uns ganz prächtig, über die Kulinarik im Allgemeinen und über den Tiroler Hof im Besonderen.

Eigentlich sollte ich ja erst im Frühjahr meinen Jahresbesuch absolvieren, denn die Familie hegt schon wieder neue Pläne. Die Stube soll umgebaut werden und beim Erzählen glänzen die Augen von Frau Christa Fahringer. Sie hat ein unglaubliches Gefühl für Farben, Formen und Design. Ich werde trotzdem als Gast im Laufe des Sommers kommen um mir diese Maßnahmen anzuschauen.

Für mich ist Fritz Fahringer nicht nur ein ausgezeichneter Koch sondern vor allem auch ein kluger und besonnener Kaufmann. Es ist unglaublich, was die Familie seit Übernahme des Tiroler Hofes bereits geschafft hat. Und weil bekanntlich der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, sind auch die Kinder schon tüchtig und erfolgreich. Der Sohn Fritz jun. hat 2011 sein Studium mit dem Titel „Magister“ abgeschlossen und ist bereits erfolgreich für das Verkehrsministerium tätig. Auch die Tochter Viktoria mit ihren zarten 13 Jahren hat jüngst beschlossen, in die Tourismusbranche einzusteigen. Mit einem klaren Konzept hat sie ihre Eltern davon überzeugt, dass dies ihr Weg und daher der Richtige ist – woher sie das wohl hat?

Mein Besuch bei Familie Fahringer war wieder einmal sehr angenehm. Und da hatte ich Sorge, keinen adäquaten Besuchsbericht schreiben zu können? – Eigentlich hätte ich ja gleich nach den begeisterten Ausführungen der Stammgäste den Tiroler Hof wieder verlassen können, denn diese Aussagen sprechen ja ohnehin für die Qualität des Hauses. Aber wo hätte ich dann dieses ausgezeichnete Mittagessen bekommen?


Donnerstag, 26. Januar 2012
Ernst Schmiedhuber

FINDEN SIE IHR TIROLER WIRTSHAUS

WIRTSHAUS VIDEO

KÜCHENGEHEIMNIS DES TAGES

Gedünsteter Zwiebelrostbraten von:

Gasthof Islitzer***
Prägraten am Großvenediger, Osttirol

> Alle Küchengeheimnisse

VERANSTALTUNGSKALENDER

Vergelt's Gott unseren Partnern:

  tirol Werbung  Wirtschaftskammer Tirol/Tourismus & Freizeit