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Erstbesuchsbericht Gasthaus Gruber/Innsbruck am 06. 07. 2009 - Gasthaus Gruber
Allgemeines

Natürlich freut es mich, wenn Ideenreichtum und Kreativität in die Kochkunst einfließen. Sicherlich gehört jene Zeit, wo ausschließlich nach den großen Klassikern gekocht wurde, endgültig der Vergangenheit an. Dennoch bin ich bekennender Traditionalist und es freut mich, wenn ich einen Betrieb wie jenen der Familie Stolz besuchen und beurteilen darf. „Das Wirtshaus am Markt mit Tradition“, so steht es auf der Visitenkarte vom Gasthaus Gruber. - zu Recht!

Service – Ambiente - Tirolnote

Schon der erste Eindruck zeigt mir, dass hier Könner am Werk sind. Es regnet und demzufolge ist die Terrasse nicht im Betrieb. Trotzdem sind die Tische und Stühle ordentlich arrangiert, die Tafeln sind sauber beschriftet, das Tagesangebot wird den Gästen deutlich und gut leserlich zur Kenntnis gebracht. Die Stuben befinden sich in bestem Zustand. Überall „glänzt und blitzt“ es, das Ambiente ist hervorragend. Sowohl die Beleuchtung, die Belüftung wie auch die Beschallung ist vorbildlich (gerade bei letzterem kritisiere ich sehr oft die unpassende, weil durch Radionachrichten gestörte Musik). Auch die Toilette Anlagen befinden sich in einem hygienisch einwand-freien Zustand.

Die Dekoration wie auch die Tischkultur ist stilvoll und dem Hause angepasst. Es gibt eine Vase mit frischen Blumen am Tisch, die Menagen sind sauber und aufgefüllt. Besonders auch die Speisenkarte überzeugt mich vollends. Sie ist im klassischen Stil verfasst, sauber, fehlerfrei und gut leserlich geschrieben. Auch an die älteren Gäste wurde gedacht, d.h. die Schriftgröße ist angepasst.

Von Frau Marianne FELDERER werde ich unverzüglich wahr genommen und mit der Speisenkarte versorgt. Sie erfragt meine Getränkewünsche und kümmert sich auf angenehmste Weise um ihre Gäste. Diese überzeugt sie durch ihre hohe Dienstleistungsqualität. Freundlichkeit, Höflichkeit, Umsicht und Souveränität sind ihre Attribute. Auch auf größeren Tischen bekommt jeder Gast „sein“ Getränk, ohne dass sie nochmals nachfragt. – Bravo!

Kulinarik

Von der Tageskarte (mit Datum) wähle ich die Schwäbische Brotsuppe. Vor Jahrzehnten habe ich in Baden Baden (Baden Württemberg) gearbeitet und vage ist mir diese Suppenspezialität noch in Erinnerung. Eigentlich handelt es sich um eine „arme Leute Suppe“, welche jedoch, richtig zubereitet, eine Köstlichkeit darstellt. In einer wunderschönen Suppentasse, welche auf einer ebensolchen Untertasse und einem etwas größeren Unterteller platziert ist, bekomme ich eine ausgezeichnete Suppe. Heiß und tadellos gewürzt ist dieser Menu Auftakt, der „Ei-Eintropf“ ist mir von früher bekannt. Es gibt noch geröstete Weißbrotwürfel satt und frischen Schnittlauch.

Als Hauptgericht erbitte ich die Gebackene Schnitzelroulade mit Pfifferlingen und Speckwürfel gefüllt. Das gefüllte Schweinsschnitzel war saftig und von ausgezeichnetem Geschmack. Die Fülle ebenso gut gewürzt wie reichlich vorhanden. Die fertig gebackene Roulade hat der Junior- und Küchenchef Thomas schräg halbiert und optisch sehr hübsch auf den Teller drapiert. Es gab ein Schälchen mit einer kalten Kräutersoße. Der Gemüsereis war saftig und von ausgezeichnetem Geschmack. Karotten, Zucchini, Erbsenschoten, gelbe Paprika und Jungzwiebeln konnte ich erkennen. Zwei Rösschen vom Spargelkohl gab es als Gemüsebeilage, eine Spalte von der Tomate sowie von der Zitrone als Garnitur. Diese waren auf einem Salatblatt angerichtet, ebenso wie eine mit dem Buntmesser geschnittene Gurkenscheibe. Der Beilagen- Blattsalat war auf klassische Art mit einer geschmacklich-milden, aber sehr guten Essig-Öl Marinade gewürzt.

Als krönenden Abschluss erbat ich mir von Frau Marianne noch die Mascarponenockerln auf Erdbeersauce mit Rumkirschen. Drei Nockerl waren auf einem großen, blauen Glasteller hübsch arrangiert. Dazu gab es gehackte Pistazien, eine halbe Erdbeeren, drei „Tupfer“ Schlagrahm sowie in Rum eingelegte Kirschen.

Die Küchenqualität vom Juniorchef Herrn Thomas STOLZ kann mit sehr gut beurteilt werden. Ebenso die Servicequalität von Frau Marianne FELDERER.


Zusammenfassung und Anregungen

Besonders gefallen hat mir:

• Der ausgezeichnete, gepflegte Allgemeinzustand des Gasthauses
• Die allgegenwärtige Ordnung, Sauberkeit und Hygiene
• Die stilvolle Dekoration sowie die ordentliche Tischkultur
• Die klassisch-perfekte Präsentation der Speisen- und Getränke
• Das Angebot von drei österreichischen Biersorten (Gösser/Stiegl/Wieselsburger)
• Die korrekte Schreibweise in der Speisen- und Getränkekarte (Whiskey)
• Die zahlreich anwesenden Gäste, insbesondere der einheimischen (Stamm)-Gäste
• Das hervorragende Preis/Leistungsverhältnis
• Das unermüdliche Bemühen vom Chef des Hauses, Herr Herbert STOLZ
• Der außergewöhnliche Sach- und Fachverstand von Herrn Stolz
• Die freundliche Enkeltochter KIARA
• Das Datum auf der Tageskarte

Und vieles mehr.


Zu Verbesserung empfehle ich:

• nichts


Mit dem Wirt und Chef des Hauses hatte ich noch ein kurzes Gespräch. Auch mit dem Juniorchef, welcher zugleich der Küchenchef ist, durfte ich einige Worte wechseln. Er wurde natürlich sofort wieder gerufen, nachdem laufend neue Gäste ankamen.

Aus diesen Erkenntnissen empfehle ich dem Vorstand der Tiroler Wirtshauskultur, das Gasthaus Gruber von Familie STOLZ als Stadtwirtshaus in den Verein aufzunehmen


Ernst Schmiedhuber
6. Juli 2009


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