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Erstbesuchsbericht Batzenhäusl/Igls am 06. 05. 2009 - Hotel-Restaurant Batzenhäusl****
Allgemeines

Das Restaurant Batzenhäusl war bereits einmal Mitglied der Tiroler Wirtshauskultur. Seit einem Jahr kocht das kongeniale Duo Alexander Junker und Stefan Wallner im Batzenhäusel, seit Herbst 2008 wird diese Bemühung mit einer Haube nach Gault Millaut belohnt.

Anfänglich bin ich mir nicht sicher, ob das Restaurant wegen seiner Einrichtung und Ausstattung wirklich zum Verein der Tiroler Wirtshauskultur passt. Aber nachdem ich alle Stuben gesehen hatte, habe ich meine Meinung rasch zum Positiven geändert. Aber dazu später…

Service – Ambiente - Tirolnote

Saisonbedingt war das Restaurant nach dem Winter einige Zeit geschlossen und ist erst wieder seit wenigen Tagen geöffnet. Es ist noch sehr ruhig in der Region, zu Mittag bin ich alleine im Restaurant. Ich habe unbemerkt einen Platz in der modernen Stube gefunden und hatte kurz Zeit, die Einrichtung und Ausstattung zu betrachten. Seit der Übernahme des Betriebes durch die neuen Besitzer ist allerhand renoviert (restauriert) worden. Die Tischkultur ist tadellos, die Dekoration ebenso. Es gibt eine frische Blume in der Vase und eine leise Hintergrundmusik. Obwohl ich zu Beginn noch nicht wusste, dass die Herren Junker und Wallner eine Haube „erkocht“ haben war mir aufgrund der Speisenkartengestaltung schon klar, dass hier die „gehobene“ Gastronomie praktiziert wird. Auch mein Sohn, welcher letztes Jahr im Fürstenhaus am Achensee kochte, berichtete mir von der ausgezeichneten Küche der beiden Herren. Die Küchenmannschaft (Frauenschaft) vom Fürstenhaus war anlässlich des Saison-Abschlusses mit acht Personen zu Gast und war unisono von der Qualität der Küche angetan.

Der Chef de Service, Herr Michael Junker überreicht mir die Speisenkarte und fragt, ob ich alleine speisen werde. Nach meiner Bejahung räumt er fachlich korrekt, das 2. Besteck ab. Unverzüglich wird mir eine Karaffe mit Wasser gereicht. Dies ist für mich eine Geste der Gastfreundschaft. Ich studierte aufmerksam die interessante Speisenkarte und erfreute mich an der kreativen Gestaltung des Angebotes. Nachdem ich sehr oft im Jahr in ausgezeichneten Restaurants speise suche ich dort grundsätzlich die „einfachen“ Gerichte und werde auf der Seite mit dem Titel „Schmankerl Karte“ fündig.

Inzwischen reicht mir Herr Michael Junker das Gedeck. Es besteht aus 2 Butterröllchen, 2 verschiedene Aufstriche und einige Scheiben vom Baguette.

Kulinarik

Als Auftakt wähle ich die Kraftsuppe vom Tafelspitz mit Einlage nach Wahl. Ich nehme den Preßknödel. In einem hübschen, großen und weißen Porzellan Teller bekomme ich eine klare, mild-geschmackvolle Rindssuppe. Keinerlei Unterstützung aus der Industrie ist erkennbar. Die Farbe ist ausgezeichnet, die beiden kleinen Preßknödel ebenso. Sie zeichnen sich sowohl durch ihren Geschmack wie durch die Konsistenz aus. Die Suppe wird aus einer Glaskaraffe in den Teller geleert. Frischer Schnittlauch rundet diesen Tiroler Suppenklassiker angenehm ab.

Von Herrn Junker erbitte ich mir als Hauptgericht das hausgemachte Kalbsbeuscherl mit Serviettenknödel und Vodka Crème fraîche. Mir war völlig bewusst, dass ich hier kein Altwiener Kalbsrahmbeuscherl bekommen werde.

Und so war es auch:
Wiederum in einem überdimensionalen Suppenteller wird mir ein sehr fein geschnittenes, geschmackvolles Beuschel serviert. Es ist natürlich belassen ohne der unnötigen Rahmzugabe. Feines Gurken-Julienne sowie Karottenstreifen finde ich im köstlichen Lungengericht, ebenso fein geschnittener Jungzwiebel.

Zwei kleine Scheiben vom Serviettenknödel befinden sich auf dem Teller, drei in einer extra Schüssel. Als Garnitur gibt es ein Sträußchen vom Rosmarin sowie eine Scheibe von der getrockneten Tomate. Dieses Gericht kann ich mit ausgezeichnet beurteilen. Nun will ich es aber genau wissen:

Als süßen Abschluss erbitte ich mir ein weißes Schoko-Kokos Crème brûlée mit Ananasragout und Malibu Espuma. Auf einem dekorativen, weißen Dessert Teller bekomme ich eine Dessert-Köstlichkeit als krönenden Abschluss zum opulenten Mittagsmahl. Die gebrannte Krem ist von ausgezeichneter Qualität, das Malibu Espuma in einem Glas serviert und dekorativ angerichtet. Die Früchtegarnitur besteht aus einer Himbeere, einer aufgeschnittenen Erdbeere und einem Viertel der frischen Feige. Alle Früchte sind tadellos frisch.

Die Küchenqualität im Restaurant Batzenhäusl kann mit sehr gut beurteilt werden. Ebenso die Servicequalität von Herrn Michael Junker. Er überzeugte mich mit seiner fachlichen Kompetenz, durch seine Höflichkeit, Freundlichkeit und Übersicht.

Mit den beiden Herren hatte ich noch ein ausführliches Fachgespräch. Sie zeigen mir die schönen Stuben im ersten Stock des Hauses. Schon von Weitem nehme ich den Geruch von der Zirbe wahr. Nunmehr bin ich beruhigt, denn sowohl die Einrichtung wie auch die Ausstattung entsprechen vollinhaltlich den Kriterien der Tiroler Wirtshauskultur.

Zusammenfassung und Anregungen

Besonders gefallen hat mir:

• Die allgegenwärtige Sauberkeit und Ordnung
• Die hygienisch einwandfreien Toilette Anlagen
• Die tadellose Dekoration und Tischkultur
• Die neuzeitliche Interpretation der Speisen
• Die umfangreiche Weinkarte mit dem soliden Angebot an Österreichischen Rebsorten
• Das Fachgespräch mit den beiden sympathischen Herren Junker und Wallner

Als Empfehlung habe ich:

• Achtet auf die Geräusche in der Küche, im Restaurant ist alles sehr deutlich zu hören
• Passt die Musikbeschallung an den Stil des Hauses und an die Region an
• Wenn die französische Sprache gewählt wird dann bitte die korrekte Schreibweise beachten
• Bitte die Teller auch am Boden abwischen, ansonsten gibt es hässliche Ränder auf der Tischdecke
• Die typisch regionalen Gerichte sollten in der Speisenkarte unter dem Titel „aus der Tiroler Wirtshausküche“ zusammengefasst werden

Insgesamt kann ich aber vom Restaurant Batzenhäusl mit der neuen Belegschaft nur positives Berichten.

Aus dieser Erkenntnis empfehle ich dem Vorstand der Tiroler Wirtshauskultur, das Restaurant Batzenhäusl in Igls als Gourmetwirtshaus in den Verein aufzunehmen.


Ernst Schmiedhuber
7. Mai 2009


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