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Besuchsbericht Gasthof zur Brücke // Leutasch vom 04.01.2016

Tiroler Wirtshauskultur mit Tradition in der Unterleutasch

Einer meiner ersten Besuche als Berater der Tiroler Wirtshauskultur war beim Gasthof zur Brücke, im seit zwei Tagen leicht verschneiten wunderschönen „Luitaschtal“.

Dieses traumhafte Hochtal ist im Sommer ein Genuss für Fahrradfahrer und im Winter für Langläufer. Leider reicht der Schnee zu diesem Zeitpunkt für die sonst gut besuchte Langlaufloipe noch nicht aus.

Die Fahrt zum Gasthof Brücke ist, egal von welcher Seite man kommt und welches Transportmittel man nimmt (Auto, Bus, Langlaufski, Radl oder zu Fuß über den Franzosensteig), immer eine Reise wert sowie ein Genuss für Auge und Seele.
Die Tradition, bei der Brücke Rast zu machen und sich ordentlich zu stärken, gibt es schon seit dem Schriftsteller Ludwig Ganghofer, sowie den Soldaten und Offiziere vom Kaiserjägerregiment 1 und auch sonstige Reisende seit dem Jahre 1682.

Seit Jahrzehnten kocht „der Schweigl“ (so wird das Wirtshaus von den Einheimischen langsam umbenannt) in der modernisierten aber doch urigen Gewölbeküche. Die Gasträume blieben Gott sei Dank in ihrem alten Stil und ihrer originalen Schönheit erhalten. Altes Getäfel, dicke Mauern, kleine Fenster, und niedrige Türstöcke. Dem Eingangsbereich und der Bar wurde mit ursprünglichen Materialien, vielen kleinen Details und mit viel Liebe ein angenehmes und gemütliches Flair verpasst.

Die Speisekarte, mit dem Motiv der Ganghoferstube von Fritz Prölß, ist ausreichend mit Tiroler Schmankerln und einer sehr großen Auswahl bestückt. Es erinnerte mich ein wenig an die Zeit, wo immer die neuen Trends hinzugefügt wurden und die Klassiker nie wegkamen.

Langsam füllten sich die beiden Stuben mit Stamm- und Hausgästen. Der aufmerksame, sehr freundliche Kellner hat mich professionell beraten und bedient. Die Bierkultur (Mittenwalder Bier) hat man aus dem bayerischen Raum übernommen.

Kulinarisches

Knoblauchsuppe:
Abends hätte eine normale Suppentasse auch gereicht. Sehr kräftiger Knoblauchgeschmack, viele Knoblauch-Chips und geröstete Schwarzbrotwürfel.
Hirsch Pfeffer mit Semmelknödel:
Hier sieht man, dass „der Schweigl“ sein Handwerk versteht. Beim Pfeffer (Eintopf) werden ja nicht die Edelstücke vom heimischen Hirsch verarbeitet, daher ist es schwierig alles auf den richtigen Garpunkt zu bringen. Das Fleisch war schön weich und der flaumige Semmelknödel harmonierte perfekt mit der geschmackvollen Sauce.
Eisparfait mit hauseigenem Honig und gebackenen Brandteignußkrapfen auf marinierten Himbeeren. Köstlich!
Beim Anrichten spürt man seine Liebe und Leidenschaft als Koch und Unternehmer.

Anschließend durfte ich „den Schweigl“ in der Küche über die Schulter schauen und ein wenig diskutieren. Er bestätigte mir, dass die meisten Produkte aus der Region kommen. Auch mit seiner Ehegattin Gaby an der Bar hatte ich ein angeregtes Gespräch, über die Höhen und Tiefen eines Tiroler Wirtsleutelebens. Die Sauberkeit in allen Bereichen sowie die nette Tischkultur ist wohl der Handschrift der Chefin und den fleißigen Mitarbeitern anzurechnen.

Fazit:
Meine Hochachtung an die unermüdlichen Wirtsleute, die ihren Leitspruch, welcher auf der letzten Seite der Speisekarte zu finden ist, mit einer Hingabe und Herzlichkeit
ihren Gästen vermitteln und dies auch noch mit einem geringen Personalaufwand bewerkstelligen. Ich werde „den Schweigl“ wohl noch des Öfteren im Laufe des Jahres besuchen und freue mich schon auf das nächste Ma(h)l.

Johann Pichler
4. Jänner 2016

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