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Besuchsbericht Landgasthof Adler // Hinterhornbach vom 04.06.2016

Tiroler Wirtshauskultur in einem der kleinsten Dörfer Tirol’s

Heute, am Samstag den 4.6.2016, leider wieder bei schlechtem Wetter, fuhr ich zum Gasthof Adler im wunderschönen, romantischen Hornbachtal. Dieses ist eines der vielen schönen Seitentäler des Lechtal’s. Es ist zudem eines der längsten Wege, die ich zurücklegen muss, um dieses idyllische, ca. 80 Einwohner zählende Dörfchen zu erreichen. Solche abgelegenen, aber sehr gepflegten und romantischen Landdörfer kennen die Großstadtleute nur aus Bilderbüchern und Geschichten. Aus diesem Grunde ist auch das Überleben hier etwas anders strukturiert. Christoph kocht alleine, die Mama Monika schaukelt das Service sowie die Zimmer und die Oma lässt sich nicht von der Gartenarbeit abhalten. Mitarbeiter anstellen stellt hier kein Thema dar. Die dazugehörige Landwirtschaft ist die zweite Hälfte der Tagesarbeit. Es gibt Hühner für die Eier, Schweine für Wurst, Speck (auch Selchkammer vorhanden) und sonstigem, sowie Mastkälber die zur Gänze verarbeitet werden. Honiglecken ist das hier bestimmt nicht. Dazu kommt noch die Bürokratie und die jährlichen neuen behördlichen Auflagen, die einem vorschreiben, warum und wie die Stiege in den Keller umgebaut werden soll (gefliest und abwischbar, wie groß, wie breit, wie steil usw. Dazu eine ganze Litanei an Begründungen). Den Gasthof gibt es schon seit 200 Jahren und es ist noch niemand an der Kellerstiege gestorben oder aus hygienischen Gründen deswegen erkrankt. Das Wirtshaussterben ist zu einem Teil Behördenschuld, und später werden ironischerweise wieder Projekte ins Leben gerufen, um die Leute auf dem Land zu halten. Aber auch ich bin ein Teil dieser Behörden und Kontrollorganen, so sieht es der Wirt allemal. Zu meiner Zufriedenheit stehen Monika und Christoph sehr positiv der Herkunftssicherung der AMA gegenüber. Es sollte der Standard in jedem Gasthaus sein und sehen sich bestätigt mit ihrer Arbeit und den sehr zufriedenen, ja begeisterten Gästen. Die Wirtsleut’ konzentrieren sich auf das Wesentliche: Besondere Gastfreundschaft und hervorragendes Essen.

Mein Bruder, der im Außerfern lebt und die Familie Eisecker kennt, begleitete mich. Am späten Nachmittag saßen wir in der urgemütlichen Stube und genossen die Gastfreundschaft mit Monika und Christoph. Die Gäste am Nebentisch bestellten sich zur Stärkung alle einen Wurstsalat und wir schlossen uns dieser Bestellung an, damit anschließend noch ein wenig Zeit blieb, für einen kleinen „Hoangast“. Der Wurstsalat war ein Klassiker - Extrawurst, milder Bergkäse, Zwiebelstreifen, nicht zu sauer angemacht, mit Essiggurken und gekochtem Ei garniert und in einer ordentlichen Größe mit viel Bauernbrot serviert.

Fazit:
Beim anschließendem Gespräch kamen wir von A wie Arbeit bis Z wie Zufriedenheit. Genau diese zwei Wörter und alles was man dazwischen noch positiv erwähnen kann, strahlen diese Wirtsleut’ aus. Sehr gutes Essen, viel Herzlichkeit, uriges und tolles Ambiente in der Schönheit der Tiroler Alpen. Was will man mehr?

Bei der freundschaftlichen Verabschiedung überreichte ich das Qualitätssiegel der Tiroler Wirtshauskultur und wünsche den Wirtsleuten eine erfolgreiche Sommersaison!

Pichler Johann
4. Juni 2016

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