Besuchsbericht Landgasthof Zum Wilden Mann // Lans vom 23.02.2016

Hier ist die Tiroler Wirtshauskultur Frauensache

Es liegen viele Wirtshäuser an der alten Römerstraße, der Wilde Mann von Lans ist eines der ältesten und besten. Der gut erhaltene Hof wurde natürlich schon des Öfteren restauriert, hat aber sein beeindruckendes Aussehen und seine Tradition beibehalten. Markenzeichen ist die Malerei des wilden Mannes an der Außenfassade. Er ist der Namensgeber, das Logo und das Vermarktungsobjekt in einem.

Beim Eintreten wird man von der Chefin Regina herzlich begrüßt und an den Tisch begleitet. Die Stube aus Zirbenholz, einem alten geschnitzten Kruzifix, einem Kachelofen (mit dem wilden Mann bemalten Kacheln) und einer Wanduhr, die an Grimms Märchen „Der böse Wolf und die sieben Geißlein“ erinnert, ist so richtig heimelig. Die gehobene Tischkultur, aufmerksamer Service, und die vielen netten Gäste rundherum sorgen für ein perfektes, gemütliches und angenehmes Ambiente.

Wir erkunden die Speisekarte, in der auch ein kleiner Geschichtsrückblick ist. Daraus kann man lesen, dass im Gasthaus zum Wilden Mann schon über Generationen, und mit viel Erfolg, maßgeblich die Frauen das Sagen hatten und noch immer haben.
Der uns zugeteilte Servicefachmann machte seine Sache ausgezeichnet. Freundlich, sehr gutes Fachwissen (seine Weinempfehlung traf genau unseren sensiblen Geschmack), zuvorkommend, elegant, nicht aufdringlich und sehr umsichtig machen ihn wohl zu einem sehr guten Mitarbeiter.

Kulinarisches:
Die Speisekarte ist das Aushängeschild jedes Gasthauses und spiegelt die Philosophie und den Charakter des gesamten Hauses mit all seinen Chefitäten und Mitarbeitern wieder. Sie sollte nicht zu viel und nicht zu wenig beinhalten, aber auch zeitgemäß sein, den Geschmack vieler Gästeschichten treffen und trotzdem traditionell sein. Ein sehr schwieriges Unterfangen also. In diesem Falle ist es ihnen gut gelungen.

Das Gedeck von zwei Sorten Brot, zwei Sorten Aufstrich und der Gruß aus der Küche „Mariniertes Leberknödelcarpaccio“ waren vorzüglich.

Ich bestellte Tiroler Speckknödelsuppe und die hausgemachten Schlutzkrapfen mit abgeschmolzener Butter und Parmesan. Es ist Tradition, im Wilden Mann die Suppeneinlage im Teller zu servieren und anschließend die heiße Suppe von einer silbernen Tasse über den Knödel zu gießen. Sehr eleganter Service! Der Knödel war flaumig und sehr gut im Geschmack. Der durchzogene Bauchspeck war etwas grob geschnitten. Die Suppe hatte einen kräftigen Fleischgeschmack, eine schöne Farbe, war sehr gut abgeschmeckt und wurde mit Schnittlauch verfeinert. Die Schlutzkrapfen werden ja zum Großteil in vielen Betrieben zugekauft, aber im Wilden Mann heißt es hausgemacht und dem war es auch so.

Ich weiß, dass der Begriff Schlutzkrapfen in Tirol sehr weitläufig ist und in jeder Region etwas unterschiedlich gemacht werden. Beim wilden Mann werden sie mit Nudelteig, einer Spinat-Kartoffelfülle gefüllt und mit einer Gabel zusammengedrückt. Die Krapfen waren auf den Punkt gekocht, mit brauner Butter perfekt abgeschmolzen und mit würzigen Parmesan und Schnittlauch bestreut.
Nach einem kurzen Fachgespräch mit Frau Regina mit einen guten Kriacherl Schnaps und ein Koster von der feinen Sacherschnitte übergab ich ihr das Qualitätssiegel 2016.

Fazit:
Im Wilden Mann wird die Küchenleistung von verschiedenen Kritikern mit Hauben und Sternen ausgezeichnet. Wir von der Tiroler Wirtshauskultur begrüßen diese Auszeichnungen sehr und können denen nur zustimmen. Denn sehr gute Küche, tolles freundliches Service, angenehmes Tiroler Ambiente sowie Sauberkeit und Tip-Top Zustand rundum ist für die „Power Frauen“ des „Wilden Mannes“ höchste Priorität.

23. Februar 2016
Johann Pichler

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