Entsprechend unseren Kriterien wird jeder unserer Mitgliedsbetriebe einmal jährlich besucht! Bei den Besuchen werden die Betriebe auf Einhaltung dieser Mindestkriterien hin überprüft und ein entsprechender Besuchsbericht verfasst. Einen Auszug dieser Berichte finden Sie untenstehend. Die Liste wird laufend erweitert - ein mehrmaliges Schmökern rentiert sich also allemal! Viel Spaß!
Besuchsbericht Metzgerwirt // Uderns vom 09.05.2012
„Computern kannst besser als mit dem Handy Fotos machen“… meinte der kleine Knirps und Sohn des Hauses Johannes zu mir. Er beobachtet mich ganz genau und gibt trotz seines kindlichen Alters erstaunlich fundierte Kommentare ab. – Der Apfel fällt nicht weit…
Es ist wiederum, so wie jedes Jahr, eine Freude bei Familie Alexandra und Hannes Hell in ihrem Metzgerwirt einzukehren. Besonders fasziniert mich jedoch die Tatsache, dass Hannes bereits seit drei Jahren auf dem zwei Hauben Niveau kocht, diese Auszeichnung jedoch, beinahe schüchtern, im Untergeschoß aufhängt. Hier wird nichts an die „große Glocke“ gehängt, sondern - „einfach gut“ – großartiges geleistet (15 von 20 Punkten nach Gault & Millau).
Vor neun Jahren übernahmen Alexandra und Hannes den elterlichen Betrieb. Inzwischen zählt das Haus nicht nur zu den Leitbetrieben im Zillertal, sondern von ganz Österreich. – Es ist eben diese Konstanz die so beeindruckt und vor allem die „Leichtigkeit“. Nichts ist gekünstelt oder aufgesetzt, sondern ehrlich, professionell und dennoch sehr herzlich.
Gäste im „Blauzeug“ sind ebenso anwesend wie jene mit Anzug und Krawatte. Alle sind sie herzlich willkommen und fühlen sich offensichtlich sehr wohl. Das Ambiente würde ich mit gediegener Gemütlichkeit beschreiben.
Die Klare Rindssuppe mit Frittaten ist schlichtweg ein Gedicht. Die Suppe ich klar, von schöner Farbe und ausgezeichnetem Geschmack. Die Frittaten wurden nach allen Regeln der (Koch)Kunst hergestellt. Frischer Schnittlauch und fertig ist dieser Speisenauftakt. – Einfach gut!
Als Hauptgericht erbitte ich mir das „Goulasch“ vom Gnadenwalder Ochsen mit Semmelknödel und marinierten Blattsalaten. Mich interessiert, wie ein Haubenkoch sein Gulasch zubereitet. Hannes meint später zu mir, mit dieser Fleischqualität kann man ja nichts mehr falsch machen.
Nun, - ganz so ist das auch wieder nicht. Der Gulaschsaft ist schlichtweg perfekt in seiner Konsistenz, im Glanz und Geschmack, d.h. perfekt gewürzt und leicht prickelnd. – Ich finde ein Lorbeerblatt in der Sauce, erstaunlich aber gut. Das Fleisch ist wunderbar zart und saftig, die beiden kleinen Semmelknödel bezeugen das hohe, fachliche Können. Der Blattsalat besteht aus Kopfsalat, Radicchio, Rauke sowie Viertel von der Kirschtomate und einem sehr guten Dressing.
Die Küchenqualität von Herrn Hannes Hell ist wiederum vorzüglich. Dies trifft auch auf das Gedeck zu. Drei noch warme Brotsorten, etwas Wacholderbutter, ein herrlicher Bärlauchaufstrich sowie frische Butter werden dem speisenden Gast kredenzt.
Die beiden, mir vom Vorjahr bekannten Damen Katarina und Katja verdienen für ihre Service- und Dienstleistungsqualität ebenso ein „Ausgezeichnet“. Freundlich, höflich, umsichtig und fachlich kompetent“ sind die treffenden Attribute.
Mit Alexandra und Hannes hatte ich noch ein umfassendes und freundliches Gespräch. Es handelt sich bei den beiden um Parade-Gastronomen mit einer beeindruckenden Liebenswürdigkeit. Vom Junior Johannes durfte ich noch in Erfahrung bringen, dass er später ohnehin Bauer wird, mit mindestens 100 Kühen im Stall. – Wenn das keine Option ist?
Es war wiederum sehr interessant und angenehm im „Hause Hell“.
Mittwoch, 9. Mai 2012
Ernst Schmiedhuber


